Persönlichkeitsentwicklung

Wahrnehmung – die Schattenseiten deiner Persönlichkeit aus psychologischer Sicht

Teil I Schatten aus psychologischer Sicht (Carl Gustav Jung)

Schattenseiten deiner Persönlichkeit

Gibt es Menschen, die in dir ein schlechtes Gefühl auslösen?
Dich in Rage bringen oder dir einfach schlechte Laune verursachen?
Wirfst du (gedanklich) anderen Menschen vor egoistisch, faul oder konfliktscheu zu sein?

Wenn ich dir jetzt schreibe, dass all das mit dir selbst zu tun hat und nicht primär mit den Menschen, die es in dir auslösen – welche Gedanken gehen in dir vor?

Sich mit dem eigenen Schatten zu beschäftigen lohnt sich.

Die „Schattenarbeit“ kann dein Leben und vor allem deine Beziehungen leichter & glücklicher machen ♥

Der Blog Artikel besteht aus drei Teilen:

I – Schatten aus psychologischer Sicht (Carl Gustav Jung)

II – Projektion – wie der Abwehrmechanismus deine Psyche funktioniert 

III – Eigene Schatten mit „the work“ (Byron Katie) erkennen und annehmen 

Persönlichkeitsentwicklung; Schattenarbeit; Psychologie

Schatten aus psychologischer Sicht

Tief in dir drin, sind sie versteckt – Schatten – die dunkle Seite deiner Persönlichkeit. Charakterzüge, die du im Laufe deiner Entwicklung als nicht akzeptabel eingeordnet hast.

„Schatten“ klingt im ersten Moment dramatisch.

Der Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie Carl Gustav Jung hat den Begriff des Schattens geprägt.

„Unser Schatten ist die Person, die wir lieber nicht wären.“

Deine Schatten sind vereinfacht gesagt, Persönlichkeitsanteile in dir, die du im Laufe deines Lebens negativ bewertet hast und die für dich nicht akzeptabel sind. Es sind Seiten deiner Persönlichkeit, die nicht deinem eigenen Idealbild entsprechen. Diese möchtest du weder zeigen noch wahrhaben. Nach Außen zeigst du gerne die Seiten, die du an dir magst und für die du positive Rückmeldungen von Außen bekommst.

Die Verdrängung deiner Schatten lässt sie jedoch nicht einfach verschwinden, sie sind weiterhin da. In deinem Unterbewusstsein. Sie beeinflussen dein Verhalten und können dich immer wieder vor berufliche und private Herausforderungen stellen.

Deine Schatten haben Einfluss auf dein Leben, deine Beziehungen, dein Selbstwertgefühl.

Die Auseinandersetzung mit dem Schatten ist eine nie endende lebenslange Aufgabe, denn jedes neue Idealbild, dass du von dir kreierst, wirft auch wieder neue Schatten.

Doch die „Schattenarbeit“ lohnt sich. Die Reflexion und Integration deiner unliebsamen Anteile ist etwas, was dich in deine eigene innere Mitte bringt. Dich authentisch macht und gleichzeitig menschlicher und liebevoller. Dir selbst und anderen Menschen gegenüber.

Denn kannst du deine eigenen unliebsamen Persönlichkeitsanteile annehmen, begegnest du den Schatten anderer Menschen mit anderen Augen. Einen Lebenspartner der „nie zuhört“ und dich damit wütend macht, wirst du toleranter gegenüber treten, wenn du herausfindest, was das genau mit dir selbst zu tun hat. In welchen Situationen du nicht zuhörst – ob ihm oder dir selbst gegenüber. Es ist ein Umdenken und oft nicht leicht, sich auf diese Gedanken einzulassen, denn deine Psyche wehrt sich unbewusst dagegen.

Und vielleicht entdeckst du, dass der ein oder andere Persönlichkeitsanteil gute Seiten hat und du kannst diesen Schattenanteil in etwas Positives wandeln.

Wie entstehen deine Schattenanteile?

Bereits in der Kindheit enstehen deine Schatten.

Im Laufe deiner Entwicklung, indem dein Umfeld dein gezeigtes Verhalten missbilligt und du dich anpasst. Durch die Rückmeldungen deiner Außenwelt zu deinem Verhalten, beginnst du deine eigenen Charakterzüge in „gut“ oder „schlecht“ zu bewerten. Du passt dich an und beginnst, die Seiten zu zeigen, bei denen du positive Bestätigung bekommst.

Wird ein bestimmtes Verhalten von dir missbilligt und du eckst an, versuchst du dich automatisch anzupassen, um weiter dazu zu gehören. So verdrängst du nach und nach, die Anteile, die dein Umfeld als „böse“ oder „schlecht“ zurück meldet.  Du möchtest sie nicht wahrhaben und verdrängst sie in dein Unterbewusstsein. Dort sitzen sie und fordern dich dein Leben lang heraus. Negative menschliche Emotionen wie Wut, Selbstsucht, Neid oder Eitelkeit sind nur einige Beispiele von Charakterzügen, für die du lieber nicht stehen möchtest.

Teilen ist positiv, also wirst du diese Seite an dir gerne nach Außen zeigen und dafür Anerkennung bekommen.
Lässt du deine Wut raus, so wird dieses Verhalten in der Regel anecken und hat für dich unangenehme Folgen. Du lernst automatisch deine Wut lieber zu unterdrücken als anzuecken.

Die Anpassung geschieht ganz automatisch aufgrund deiner Bedürfnisse nach Sicherheit und Zugehörigkeit. Du packst diese ungewollten Teile deiner Persönlichkeit weg, tief in dein Inneres und zeigst nach Außen überwiegend das Verhalten, dass von deinem Umfeld positiv gewertet und anerkannt wird. Der Rest ist jedoch noch immer da, nur wird es dir in der Regel erst bewusst, wenn du dich traust sehr genau hinzuschauen.


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Deine eigene Wahrnehmungs-Brille

„Du siehst die Welt nicht wie sie ist, sondern wie du bist.“

Persönlichkeitsentwicklung; Schattenarbeit; Psychologie

All deine Erlebnisse und Erfahrungen, positiv wie negativ sind Teil deiner inneren Welt. Bewusste und unbewusste Glaubenssätze, wie du über dich und die Welt denkst – sind einzigartig und damit hast du deinen ganz persönlichen Wahrnehmungs-Filter. Niemand denkt wie du. Denn jeder hat einen anderen Filter, durch den er die Welt sieht.

Indem du dir selbst sehr genau zuhörst, wenn du anderen etwas erzählst, erfährst du eine ganze Menge über deine innere Welt – deine Sorgen und Ängste. Schimpfst du über andere Personen oder Situationen, sagt das mehr über dich selbst aus, als über die beschimpfte Person.

„Was Hans über Hänschen sagt, sagt mehr über Hans aus, als über Hänschen.“

Hand aufs Herz, wer geht dir so richtig auf die Nerven? Über wen hast du zum letzten Mal hergezogen – ob gedanklich oder mit Freunden?

Was sagt das über dich aus? 

Möglicherweise findest du keine direkte Antwort darauf. Im Teil II dieses Blog Artikels gehen wir auf die Projektion ein und wie du deine eigenen Themen auf andere Menschen überträgst.
Diese Übertragung ist ein Abwehrmechanismus deiner Psyche, der dich schützen möchte. Hast du als Kind gelernt, das Wut negative Konsequenzen (Liebesentzug, schimpfen, Hausarrest) zur Folge hat – wird deine Psyche dich auch mit 40 Jahren noch versuchen davor zu schützen. Du wirst deine Wut immer wieder schlucken und verdrängen, statt sie mal richtig aus dir heraus zu lassen.

Wenn du verstehst, dass das, was andere Menschen in dir auslösen, mit dir selbst zu tun hat – dann kann dies eine Menge bewirken.
Kraft, Selbstbewusstsein, eine innere Klarheit und Stimmigkeit in deinem Denken. Letzten Endes ein zufriedenes und glückliches Leben, denn du bist bei dir, in deiner eigenen Mitte.

Denn wenn du es schaffst, deine Persönlichkeitsanteile anzunehmen, die du im Laufe deiner Entwicklung verbannt hast, werden andere Menschen in dir diese schlechten Gefühle kaum mehr auslösen können.

Wie viel schöner wird dein Leben, wenn du dich nicht mehr ständig über deinen Partner, Chef oder einen Freund aufregen musst?
Wenn Kritik dich nicht mehr verletzt, sondern du sie dankbar annehmen kannst?
Du eine innere Stabilität hast, die dich trägt?

Schattenseiten deiner Persönlichkeit – Projektion auf andere Menschen

Der Psychologe Carl Gustav Jung war davon überzeugt, wenn wir begreifen, dass wir alles in uns tragen, was wir in anderen Menschen sehen, dann verändert sich unsere gesamte Welt.

Weiter zu Teil II – Projektion – wie der Abwehrmechanismus deiner Psyche funktioniert 

Zu guter Letzt:

Herzlichen Dank fürs Lesen und ich freue mich, wenn du hilfreiche Impulse für dich mitnehmen konntest.

Hinterlasse mir gerne deine Gedanken zum Thema. Wenn dir der Artikel gefällt, freue ich mich übers Teilen in den sozialen Netzwerken ♥

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Herzliche Grüße und frohe Schattensuche

Ines Hammer

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