Winterblues; Winterdepression

Mit Selbstfürsorge im Inneren stark durch die dunkle Jahreszeit

Selbstfürsorge im Inneren

Die dunkle Jahreszeit ist da – Zeit für Selbstfürsorge.

Murmeltiere nutzen den Winter auf ihre Art. Sie ziehen sich zurück, um eng aneinander gekuschelt den Winter zu verschlafen. Welch grandiose Idee. Wir Menschen sind vom Naturell her auch auf Rückzug getrimmt, machen zum Jahresende allerdings häufig genau das Gegenteil. Wir rennen und rennen und rennen. Ob beruflich oder im privaten Kontext.

Von Rückzug und Reflexion ist oft wenig zu sehen.

Selbstfürsorge beginnt im Inneren. In unseren Gedanken. Diese können dir ein gutes Gefühl geben, oder dich innerlich anspannen und in „hab acht“ Stellung versetzen. Oft nehmen wir diese innere Anspannung nicht mehr bewusst wahr, sie äußert sich jedoch gerne im Körper. Nächtliches Zähneknirschen, ein verspannter Kiefer oder Nackenschmerzen können eine Folge eines ständig angespannten Nervensystems sein. Zeit etwas zu tun.

Eine permanente „hab acht“ Anspannung im Inneren ohne zwischendrin dein Nervensystem wieder mit Selbstfürsorge zu entspannen, hat auf Dauer gesundheitliche Auswirkungen. Mit einer guten Selbstfürsorge kannst du die Balance zwischen Anspannung und Entspannung in deinen Alltag bringen, um dauerhaft psychisch und körperlich gesund zu bleiben. Im dritten Teil dieser Blog Serie stelle ich dir einige Möglichkeiten vor, mit denen bewusste Entspannung möglich ist – doch zunächst betrachten wir uns deine innere Welt.

Projektion; Persönlichkeitsentwicklung; Psychologie; Schattenarbeit

Dreiteilige Blog Serie „Mit Selbstfürsorge dem Winterblues begegnen“

Dieser Artikel ist der zweite Part der Blog Serie „Mit Selbstfürsorge dem Winterblues begegnen“

Part I: Winterdepression oder Winterblues? So unterscheidest du eine Depression von einem Stimmungstief
Part II: Mit Selbstfürsorge im Inneren stark durch die dunkle Jahreszeit
Part III: Fünf Grundprinzipien der Selbstfürsorge – so kommst du in die Umsetzung 

Hier möchte ich dir Impulse mitgeben, wie du Selbstfürsorge mental mit winzigen Schritten in deinen Alltag einbaust. Reflexion nutzt und innere Wohlfühlmomente schaffst. Dir erlaubst Momente zu genießen.

Wie du deine Chancen erhöhst mental und körperlich stark durch die dunkle Jahreszeit zu kommen.

Selbstfürsorge in deiner inneren Welt – der erste Schritt

  • Reflexion der eigenen Selbstfürsorge – Momentaufnahme
  • Prioritäten mit der Affenbande prüfen
  • Innere Antreiber kennen
  • Erlauber einsetzen

Ich nehme dich mit in meine Gedanken zu deiner inneren Welt. Zu den möglichen Blockaden dir selbst etwas Gutes zu tun und Impulsen, wie du deine innere Welt zur Selbstfürsorge motivierst.

Was ist Selbstfürsorge eigentlich?

Das Wort Selbstfürsorge kann ganz unterschiedlich definiert werden.

Für mich sind es vor allem die kleinen Dinge mit denen ich gut für mich sorge und meine Energie auflade. Auf meine eigenen Bedürfnisse achte, mich selbst wertschätze und eigene Grenzen kenne und vor allem wahre. Achtsam mit mir selbst und meinen Ressourcen umgehe. Natürlich gelingt es nicht immer und auch gibt es mal Tage, an denen ich meine Bedürfnisse nicht genügend achte und die Selbstfürsorge auf der Strecke bleibt. Ich zu etwas „ja“ sage, obwohl ich gerade wenig Ressourcen habe und ein „nein“ sinnvoll wäre. Auch das darf sein. Leben läuft nicht immer gerade und ab und an ruckelt es auch mal.

In all dem was ich dir schreibe, ist mir wichtig, dich nicht in das Gefühl des Selbstoptimierungswahns zu schubsen. Sondern dir zu zeigen, dass es winzige Kleinigkeiten im Alltag sind, die sich jedoch in ihrer Regelmäßigkeit positiv auswirken. Mit bewusster Selbstfürsorge beginnen ohne gleich auf den „Mount Everest des gesunden Lebens“ klettern zu wollen, ins Tun kommen ohne inneren Druck.

Sich bei der eigenen Selbstfürsorge gut fühlen – das wünsche ich mir für dich und für mich. Im besten Fall mit Leichtigkeit & Freude.

Ohne Muss. Ohne Druck.

Selbstfürsorge Reflexion – der erste Schritt liegt im Inneren

In diesem Herbst und Winter ist doppelte Selbstfürsorge wichtig. Nicht nur die Fürsorge für alle um uns herum, sondern eben vor allem für uns selbst. Denn wie können wir für andere da sein, wenn wir unsere eigenen Ressourcen verbrennen?

Hätte ich diesen Artikel vor vielen Jahren geschrieben, so würdest vermutlich nun zuerst eine Auflistung folgen von Dingen die jedem „gut tun“.

Sport, Yoga, gesunde Ernährung, ausreichend frische Luft, genügend Schlaf und und und… Doch ganz ehrlich? Das weißt du (fast) alles selbst. Natürlich würde es dir gut tun jeden Tag statt auf der Couch zu sitzen eine halbe Stunde Yoga auszuüben. In der Mittagspause spazieren zu gehen und morgens einen gesunden Smoothie zu trinken. Vielleicht möchtest du Dinge davon schon lange umsetzen und doch tust du es nicht.

Meiner Ansicht nach kommt vor der Umsetzung im Außen, zunächst die Reflexion der eigenen Innenwelt. Denn wenn die dich blockiert, kann dir noch so klar sein wie gut dir tägliche Bewegung tun würde – du wirst sie nur mit Kraftanstrengung (wenn überhaupt) umsetzen können. Oft ist auch klar, wenn im persönlichen oder beruflichen Kontext etwas verändert werden sollte, doch die innere Welt ist sich oft nicht einig und Entscheidungen können in dieser inneren Zerrissenheit nicht getroffen werden.

Daher halte ich die innere Selbstfürsorge für den ersten wichtigen Schritt, um danach all die „guten Dinge“ auch wirklich tun zu können.

Solange all diese „gesunden“ Dinge in deinem Inneren mit „ich müsste mal“ oder „ich möchte schon so lange“ beginnen, wird eine dauerhafte Umsetzung schwierig. Denn alles was du „müsstest“ fühlt sich nach Schwere und Energieverbrauch an und nicht nach „ich tue mir etwas Gutes“.

Haben dich die letzten Sätze angesprochen, dann nutze diese kostenfreie Vorlage und erstelle dir eine Momentaufnahme. Stelle dir einen Timer auf 10-15 Minuten und schreibe auf was du aktuell Gutes für dich tust und was du gerne tun würdest. Schreibe auf ohne zu werten, lasse deine Gedanken einfach raus – es sieht niemand außer dir selbst was du aufschreibst ♥

Hast du deine Momentaufnahme auf Papier, suche dir den kleinsten und einfachsten Selbstfürsorge Schritt heraus den du gerne umsetzen würdest. Er sollte in jedem Fall täglich machbar sein.

Lieber klein und kurz, dafür täglich. Lass deine Selbstfürsorge nach und nach zur Routine werden, indem du mit winzigen Schritten startest. Mehr dazu gibt es in Part III dieser Blog Serie.

Erlaubnis für Selbstfürsorge  – was hat Priorität?

Es klingt komisch, aber in der Regel hinderst du dich selbst daran dir etwas Gutes zu tun. Es ist ja noch so viel anderes zu machen. Die Affen auf deiner Schulter in Form von todos und Verantwortlichkeiten wollen gerne zuerst bedient werden, leider bleibt für die Selbstfürsorge dann meist kaum noch Energie und Zeit übrig. Andere Affen haben eine größere Priorität.

Wie oft erlaubst du dir wirklich nur für DICH etwas zu tun? Setzt du dich selbst immer mal an erste Stelle und lädst deine Batterien wieder auf, bevor es weiter geht im fordernden Alltag?

Wie stark sind deine inneren Antreiber, die dich durch deinen Alltag begleiten? Dich nicht ruhen lassen und dich immer weiter antreiben zu funktionieren und zu rennen? Für alle da zu sein, bevor du an der Reihe bist? Zuerst alles perfekt zu erledigen, bevor du dich um dich selbst kümmerst? Doch der Tag ist rum, die Energie am Ende und die Selbstfürsorge hatte wieder keinen Platz.

Vielleicht sitzt in dir ein Glaubenssatz, der dich daran hindert dir selbst etwas Gutes zu tun. Der Selbstfürsorge mit Faulheit, Egoismus oder anderen vermeintlich negativen Eigenschaften verbindet. Dies ist uns selten wirklich bewusst, doch ist häufig genau die Blockade, weswegen wir nicht in die Umsetzung gehen.

Das Bewusst werden der eigenen Gedanken und des eigenen Verhaltens, ist ein wichtiger erster Schritt. Ist dir bewusst, was dich von der Selbstfürsorge abhält, kannst du diese Gedanken hinterfragen und neue Blickwinkel zulassen. Die Gestaltung eigener innerer Erlauber kann ein weiteres Puzzleteil in Richtung Selbstfürsorge im Alltag sein.

Erlaubst du dir Dinge aus purer Freude am Tun oder aus Genuss zu machen? 

Montessori

Gedanken, die dich unterstützen

Manchmal, nein oft wollen wir Dinge zu schnell und zu viel auf einmal umsetzen. Gleich am Ziel sein, Dinge gleich „richtig“ machen. Jeder kennt die Vorsätze fürs neue Jahr und wie schnell die Motivation wieder nachlässt. Bei der Selbstfürsorge geht es nicht darum sich zu einem bestimmten Ziel „durchzukämpfen“, sondern kleine Schritte mit Freude zu tun. Und so ganz von selbst den eigenen Zielen näher kommen.

Beppo der Straßenkehrer aus Michael Endes Buch „Momo“ erklärt die Freude am Weg und den kleinen Schritten wunderbar. Am Ende bist du am Ziel und merkst es gar nicht, weil du immer Schritt für Schritt gehst ohne permanent auf den Berg zu schauen.

Mit Freude und ohne deine ganze Energie zu verpulvern.

aus Momo von Michael Ende

Er fuhr jeden Morgen lange vor Tagesanbruch mit seinem alten, quietschenden Fahrrad in die Stadt zu einem großen Gebäude. Dort wartete er in einem Hof zusammen mit seinen Kollegen, bis man ihm einen Besen und einen Karren gab und ihm eine bestimmte Straße zuwies, die er kehren sollte.

Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste, es war eine sehr notwendige Arbeit.
Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig:
Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich.
Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter:
Schritt – Atemzug – Besenstrich.
Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte. “Siehst du, Momo”, sagte er dann zum Beispiel, “es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.” Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
“Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.”
Er dachte einige Zeit nach.

Dann sprach er weiter:
“Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.” Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.”

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
“Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.”
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
“Das ist wichtig.”

*

Aus diesem wundervollen Kinderbuch können wir so viele Impulse mitnehmen. Dies ist nur einer davon. Wer gerne liest, die Bücher von Michael Ende waren als Kind schon toll. Doch erst als Erwachsener ist es möglich die wertvollen Botschaften dieser Geschichten wirklich zu erfassen.

Selbstfürsorge im Alltag umsetzen

Nachdem wir uns nun deine innere Welt und den Einfluss deiner Gedanken auf deine Selbstfürsorge betrachtet haben, geht es nun in die Umsetzung.

Schaue dir im dritten Part dieser Blog Serie die fünf Grundprinzipien der Selbstfürsorge an und nehme dir Impulse mit, die du für dich im Alltag umsetzen kannst.

Viel Freude bei deiner Selbstfürsorge und herzliche Grüße

Ines Hammer

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